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360° Wissenschaft: Biomaterialforschung in Teltow für Mensch und Umwelt

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Transkript des Videos

Etablierte Wege verlassen


Am Institut für Aktive Poymere in Teltow werden die Möglichkeiten der Medizin revolutioniert, künstliche Muskeln für Softroboter geschaffen und Erkenntnisprozesse dramatisch beschleunigt.
Von Lars Klaaßen

„Wir werden künftig verstärkt mit altersbedingten Erkrankungen konfrontiert“, sagt Andreas Lendlein, Leiter des HZG-Instituts für Biomaterialforschung in Teltow. „Deshalb konzentrieren wir uns auf Innovationen in den Bereichen Gesundheitstechnologien, Medizintechnik und Biotechnologie.“ Die Forscherinnen und Forscher arbeiten dabei auch an Anwendungen, die ältere Menschen in ihrer häuslichen Umgebung unterstützen, bevor sie überhaupt krank werden. Sind Gewebe oder Organe geschädigt oder erkrankt, gilt es, den Körper dabei zu unterstützen, sich komplett zu regenerieren. Hierfür bedarf es neuer polymerbasierter Biomaterialien. Das sind synthetische oder halbsynthetische Stoffe, die aus Makromolekülen bestehen.

„Unsere Arbeit erstreckt sich von der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung“, erläutert der Institutsleiter. „Wir suchen neue Wege bei Erkrankungen, die für das Gesundheitssystem besonders relevant sind, verbessern Therapien oder entwickeln alternative Ansätze.“ Um präklinische Forschung effizient in die klinische Entwicklung zu bringen, werde von Beginn an auf eine interdisziplinäre Herangehensweise gesetzt. Dabei kommen Biologie, Chemie, Materialforschung und Medizin zusammen. Von den Forschungsaktivitäten bis zur Entscheidungsfindung arbeitet das Institut eng mit Partnern aus der Medizin im In- und Ausland zusammen.

„Wir entwickeln unter anderem Materialien für Implantate, die sich vollständig ins Gewebe integrieren oder dieses sogar funktionell unterstützen“, erläutert Lendlein. „Entzündungseffekte werden minimiert, Regenerationsprozesse stimuliert und idealerweise in die gewünschte Richtung mitgestaltet.“ Je nachdem aus welchem Biomaterial ein Implantat besteht, baut es sich in einem gewünschten Zeitraum komplett ab und fördert bis dahin die vollständige Wiederherstellung des umliegenden Gewebes.

Mithilfe von Algorithmen macht man am HZG-Institut zudem Sprünge bei der Vorhersagbarkeit vom Langzeitverhalten der Polymere, sodass die Forschungszyklen sowohl dramatisch beschleunigt als auch ihre Ergebnisse schneller in die Praxis umgesetzt werden können.

Campus Teltow

Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Institut für Aktive Poymere
Kantstraße 55
14153 Teltow

Tel: +49 (0)3328 352-0

Website des Instituts für Aktive Polymere

Professor Andreas Lendlein

Professor Andreas Lendlein leitet das Institut für Aktive Poymere am Helmholtz-Zentrum Geesthacht seit 2002. Foto: HZG/Gesine Born